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Lieder der Vielfalt aus Ländern Afrikas und aus Österreich

Nach langen Studien- und Arbeitsaufenthalten in Afrika war und ist es mir stets ein Anliegen, die Faszination der traditionellen Afrikanischen Musik hier in Österreich zu vermitteln und somit auch zum besseren Verständnis der Vielfalt der afrikanischen Kulturen beizutragen.

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Als nun das niederösterreichische Vokalensemble Capricciata mit der Bitte an mich herangetreten ist, ein „Afrikanisches Programm“ mit ihnen zu erarbeiten, hatte sich ein Traum für mich verwirklicht, da ich schon immer mit diesem wundervollen und engagiertem Chor als Chorleiter arbeiten wollte.
Durch die freundliche und fachliche Unterstützung von Horst Watzl und dem Verein „Kulturen in Bewegung“ konnte ich Vusa Mkhaya aus Simbabwe kennen lernen, der sofort begeistert in das Projekt einstieg und seine künstlerische und menschliche Kompetenzen dem Chor widmete. In weiterer Folge konnten wir auch noch Mame Birane M’boup, Maréme Dia, Alou Alassane-Kane und Ahmed Mbaye aus Senegal, die ebenfalls wie Vusa in Österreich eine zweite Heimat gefunden haben, für das Projekt gewinnen. Gemeinsam mit diesen MusikerInnen ließen wir uns auf eine Neuerfahrung der jeweiligen traditionellen Musik ein. So stellen wir nun afrikanische Lieder und Tänze aus Senegal und dem südlichen Afrika österreichischen traditionellen Liedern gegenüber und bringen sie miteinander zur Aufführung. Durch diesen gegenseitigen Austausch haben wir und auch das Publikum die Chance, einerseits von den Unterschieden dieser Musikformen zu lernen und andererseits viele Gemeinsamkeiten zu entdecken. Als ein markantes Beispiel kann man unter anderem die Ähnlichkeiten des südafrikanischen Gumboot-Tanzes mit der alpenländischen Schuhplatt’ler-Tradition nennen.
Wie ich es in den lebendigen Traditionen der afrikanischen Chorgesangspraxis stets erleben durfte, werden auch hier nun inhaltlich aktuelle, die Sängerinnen und Sänger persönlich ansprechende Neuinterpretationen der österreichischen Volkslieder gefunden. Somit können diese Lieder wieder ihren aktuellen Sitz im Leben der AkteurInnen finden, was eine neue Authentizität mit sich bringen kann. Man kann auch einfach behaupten, dass es einen positiven Unterschied für alle macht, wenn Sängerinnen und Sänger etwas mit dem Lied persönlich verbinden können, wenn es Teil ihres Alltags wird.  
Da es sich hier um Volksmusik handelt, legen wir auch großes Augenmerk darauf, das „Volk“, also sie, liebes Konzertpublikum, aktiv ins Geschehen dieses interkulturellen Dialogs einzubinden. Durch das gemeinsame Kennenlernen von Liedern aus den Ländern Afrikas und aus Österreich, sowie das gemeinsame Tanzen können alle Beteiligten, sowohl jung als auch alt, ein Stück näher rücken und gegenseitiges Verständnis ermöglichen.

 

 

 
Sankofa – Return and get it

Das Westafrikanische Adinkra-Symbol steht für die Notwendigkeit, aus der Vergangenheit zu lernen: Von alten Weisheiten Lebensreichtum zu schöpfen, sich zurück auf das Wesentliche von Körper und Geist zu besinnen und dadurch die eigenen Horizonte zu erweitern...